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Abakus


2001 hatte ich ein Schlüsselerlebnis. In einer Nacht im September 2001 fiel in Eberbach gegen 3:00 Uhr für Stunden der Strom aus, so dass der Kühl-und Gefrierschrank und die Heizung außer Betrieb waren. Das war kurz nach dem Tag der Terroranschläge vom 11.09.2001. Je länger der Stromausfall anhielt, kamen in mir düstere Gedanken hoch. War der Stromausfall vielleicht eine Folge eines Terroranschlages auf ein deutsches Kernkraftwerk? Das damals älteste Atomkraftwerk Deutschlands in Obrigheim nahe Eberbach war noch in Betrieb. Um Klarheit zu erhalten, wollte ich einen Bekannten telefonisch erreichen. Sowohl das Festnetz als auch das Mobilnetz waren tot. Ein batteriebetriebenes Transistorradio hatte ich nicht im Haushalt. Schließlich kam ich auf die Idee, das Autoradio einzuschalten, um ggf. eine Katastrophenmeldung zu hören. Der SWR1 sendete das ganz normale Nachtprogramm. Von einem Stromausfall wurde in den Nachrichten nichts berichtet. Also von da ab konnte ich Entwarnung geben. Es musste sich um ein lokales Problem gehandelt haben. Mit dem Sonnenaufgang war die Stromversorgung wieder hergestellt, aber die Gedanken, was wohl bei einem längeren Stromausfall geschehen würde, ließen mich fortan nicht mehr los.

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Es ist erst 100 Jahre her, dass Endverbraucher in ländlichen Regionen an das Stromnetz angeschlossen wurden. Die damals lebenden Menschen konnten gut ohne Elektroenergie leben. Eine Fleischerfrau war 1960 noch in der Lage, mit einer mechanischen Waage zu portionieren und eine zu bezahlende Summe rasch schriftlich aus Einzelposten zu addieren und mit Bleistift auf Papier zu bringen. Etwas komfortabler ging es mit mechanischen Registrierkassen. Heute geht ohne Elektroenergie nichts mehr! Was würde heute passieren, wenn der Strom flächendeckend mehrere Tage ausfällt?

- In den ersten Stunden gäbe es einen Ansturm auf Geschäfte, die Batterien, Kerzen, Spiritus, Propangas u. dgl. anbieten.
Die Geschäfte können zunächst nichts verkaufen, weil die Türen nicht aufgehen und die Kassen nicht funktionieren.
- In Privathaushalten und in den Krankenhäusern laufen Notstromaggregate, deren Benzin- bzw. Dieselvorräte nach zwei Tagen erschöpft sind.
Nachtanken funktioniert nicht, weil die Tankstellen ohne Strom nicht zu betreiben sind.
Die Menschen, deren Leben von medizinischen Geräten und Medikamenten abhängt, werden sterben.
- Weil die Wasserversorgung ausgefallen ist, funktioniert die Toilettenspülung nicht. In den Wäldern sind auffällig viele Menschen zu sehen, die einen Ort zum Verrichten der Notdurft suchen.
- Die Supermärkte beginnen mit dem Verschenken von Lebensmitteln, die in den Kühlregalen verderben würden.
Die Menschen tätigen Hamsterkäufe. Wer kein Bargeld hat, hat Pech, denn die Geldautomaten verweigern ohne Strom ihren Dienst.
- Der Verkehr kommt zum Erliegen, weil z.B. die Züge in den Gleisen stehen.
- Alle Betriebe stehen still. Die Schulen sind geschlossen.
- Die ersten Unruhen kommen auf. Geschäfte werden geplündert. Die Verwaltungen, Polizei und Hilfsdienste sind überfordert. Einen Vorteil haben die, welche bewaffnet sind.
- Die Menschen stehen an den öffentlich zugänglichen Quellen nach Wasser an. Die Bauern müssen ihre Felder vor Dieben bewachen.
- Die Bauern erzielen Höchstpreise für etwas Essbares. Vorzugsweise werden Lebensmitteln in Sachwerten, wie Goldmünzen, bezahlt.

Was den Umgang mit Katastrophen angeht, sind andere Länder, insbesondere die USA, weiter. Deshalb sollte jeder in sich gehen, und überlegen, wie er sich selbst helfen könnte, wenn der Strom länger ausfällt. Ein erster Schritt wäre, sich für den Notfall zu bevorraten.

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Ein weiterer Schritt wäre, sich Rechenhilfsmittel anzuschaffen, die ohne Strom auskommen. Der Erfinder Gally aus Leinfelden-Echterdingen hatte 1997 als Spaßprodukt vorgeschlagen, einen Abakus in einem Kasten mit Glastür bereitzuhalten, der bei Stromausfall zum Einsatz kommen könnte: [DE29703387U1.pdf]. Ich habe bereits einen russischen Schüler-Abakus (Russisch: СЧЁТЫ; Aussprache: Stschoty). Ich finde, der Abakus ist eine geniale Rechenhilfe für die vier Grundrechenarten, die manuell betätigt wird und hervorragend auch bei Stromausfall funktioniert. Zudem besitzt der Abakus eine sehr guten ökologischen "Fingerabdruck". Der Abakus wurde 1975 hergestellt und in Kiew für 1 Rubel und 10 Kopeken verkauft.
Der Abakus wird auf einem Tisch liegend verwendet. Er enthält mehrere Zeilen von Rechengliedern jeweils in Form eines abgeplatteten, hölzernen Rotationskörpers mit koaxialer Bohrung. Mit Ausnahme einer Zeile befinden sich in jeder Zeile 10 Rechenglieder, die verschiebbar auf parallelen Führungsstangen sitzen. Die Führungsstangen sind in Seitenwänden eines Rahmens gehalten. Die Führungsstangen sind bogenförmig nach oben gekrümmt, so dass beim Verschieben ein Rechenglied einen "Berg" überwinden muss. Dies sichert die Position eines Rechengliedes rechts oder links an einer Seitenwand bei geringen Erschütterungen. Je Zeile sind ein Paar mittig liegende Rechenglieder andersfarbig ausgeführt. Das erleichtert die Bildung einer Fünfergruppe von Rechengliedern. Den Rechengliedern einer Zeile sind fest vorgegebene Zählwerte im Dezimalsystem zugeordnet. Die Rechenglieder der untersten Zeile besitzen den Zählwert ein Hundertstel. Die in der darüber liegenden Zeile angeordnenten Rechenglieder haben den Zählwert ein Zehntel. Die vier Rechenglieder der folgenden Zeile repräsentieren den Zählwert ein Viertel oder die Kommastelle. Die Rechenglieder der folgenden Zeilen haben aufsteigend die Zählwerte Eins, Zehn, Hundert, Tausend und Zehntausend. Das linke Rechenglied in der Zeile mit dem Zählwert Tausend ist ebenfalls andersfarbig ausgeführt, um einen Dezimalpunkt "1000" zu markieren. Dieser Abakus gestattet also Darstellungen von Ergebnissen im Bereich zwischen 0,01 und 111.111,1.

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Im Ausgangszustand befinden sich die Rechenglieder aneinander liegend an der rechten Seitenwand. Alle an der linken Seitenwand aneinander liegenden Rechenglieder zeigen ein Ergebnis in Dezimalform. Wird ein Rechenglied nach links verschoben, so bedeutet dies, einen Zahlenwert dem Ergebnis hinzu zufügen. Eine Verschiebung nach rechts vermindert das Ergebnis um den Zahlenwert des jeweiligen Rechengliedes. Der im Bild gezeigte Abakus zeigt als ein Ergebnis den Zahlenwert 52.413,69.

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Abakus

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Wie man mit dem Abakus rechnet, insbesondere wie mit einem Zehnerübertrag umgegangen wird, habe ich in Arbeitsblättern zusammengefasst (je ca. 2 MB):
[Abakus-Anleitung, Addition.pdf].
[Abakus-Anleitung, Subtraktion.pdf].

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© 2009-2017, Roland Pudimat, 12.10.2017